Carlito`s Blog
Über meinen Zivildienst in PerúTherapeutische Spiele
Die therapeutischen Spiele sind in Zusammenarbeit der Schule und den ehemaligen Freiwilligen entstanden. Aus deren Ideen entstanden durch Spenden (aus Deutschland) schlussendlich diese Spiele für die Schüler. Man möchte meinen, dass ein Spielplatz eine vollkommene Selbstverständlichkeit für eine Schule ist. Für Schulen hier ist es jedoch teuer Spielplätze zu bauen und zu unterhalten, besonders wenn sie von Rasen und Pflanzen umgeben sind, die intensive und aufwendige Pflege benötigen. Dass wir in einen ärmeren Bezirk Limas liegen, spricht ebenfalls für die Besonderheit unseres Spielplatzes. Die Bewässerung des gesamten Komplexes findet über gereinigtes Wasser unserer eigenen Kläranlage statt. (Idee und Technik auch aus Deutschland.) Als zweit-größte Wüstenstadt der Welt ist auch hier Wasser ein kostbares Gut, das es zu sparen gilt. Das Leitungswasser, das für Küchen, Bäder und dergleichen verwendet wird, gelangt als Abwasser in eigens eingerichtete „Öko-Kläranlagen“. (Sehen aus wie kleine Teiche mit äußerst hoch gewachsenem Schilf.) Von dort aus sickert das so gereinigte Wasser in unterirdische Wasserspeicher, von denen es jederzeit mittels elektrischer Pumpen für die Bewässerung abrufbar ist.
Der Sitzkreis
So ziemlich in der Mitte des Spielplatz-Komplexes befindet sich ein Sitzkreis aus Beton der abschnittweise die Gestalt von Tieren aus der Luft, dem Wasser und der Erde annimmt. Die aus dem Boden ragenden Gestalten sind wirklich beeindrucken und durch die verzierenden Mosaike sehr schön anzusehen, bequem sind sie leider nur an den wenigsten Stellen. Im Zentrum des Sitzkreises wiederum ist ein großer Grill, der z.B. an Festtagen oder für Schulveranstaltungen genutzt wird.
klassische Spiele
Zu den klassischen Spielen auf dem Spielplatz gehören die Spieltürme mit Rutsche, Kletterwand und allseits beliebter Wackel-Brücke. Neben denen gibt es Schaukeln, Turnstangen, Kletterstricke und Sandkästen, sowie eine Spielwiese, die sich dem Spielplatz anschließt. Der Rest der Spiele sind zum Großteil Therapeutische Spiele, die die Schüler in ihrer Entwicklung fördern sollen. So sind diese dazu da, um die Sinne der Schüler anzuregen/verfeinern, ihr Interesse zu steigern, ihre Konzentration zu stärken, ihre Ängste zu überwinden, ihren Gleichgewichtsinn auszuprägen und Vertrauen in andere aufzubauen.
Die Wippe
Unter den beliebtesten dieser Spiele ist die innovative Wippe. Dabei handelt es sich um eine große kreisrunde Holzscheibe auf einem Halbkreis aus Beton. Diese kann sich (anders als klassische Wippen) in alle Richtungen neigen und heben, das ist es was es besonders wenn man mit mehreren Leuten draufsteht so interessant und aufregend macht. Nicht nur Schüler fasziniert dieses Spiel. Genauso viel Spaß am Balancieren bietet ein kleiner Pfad an aneinandergereihten Holzbalken am Rand des Spielplatzes.
Das Bambusgerüst
Direkt neben der Wippe steht ein Bambusgerüst von dem Bambusrohre herunterhängen an die man sein Ohr halten kann, um die Luft im Bambus rauschen zu hören. Ähnlichen Prinzips steht in der Nähe ein großer Hinkelstein, in den auf Ohr-Höhe ein Halbkreis hinein gefräst wurde. Hält man sein Ohr ans Zentrum der Ausstülpung hört man ebenfalls ein Rauschen.
Die Klangsteine
Ein weiteres therapeutisches Spiel das mit Tönen arbeitet sind die Klangsteine. Von denen stehen fünf verschiedene Steine unterschiedlicher Tonlage nebeneinander. Beim Anschlagen lösen sie verschiedene Klänge aus, woraus sich fast ganze Melodien formen lassen. In der Nähe dieser Spiele befindet sich der eingezäunte Bereich der Pferde-Therapie. Einmal wöchentlich werden Pferde gebracht auf denen verschiedene Schüler dann reiten dürfen.
Der Sinnesweg
Neben dem Pferdeplatz verläuft der „Sinnesweg“. Ein ca. 10 Meter langer Weg der den Teilnehmer über verschiedenes Terrain führt. Vorzugsweise barfuß läuft man durch Wasser, über Sand, Heu, Holzspänen, und Steinen verschiedener Größe. Direkt neben dem „Sinnesweg“ ist ein ebenso langer und ca.1 Meter hoher und breiter Tunnel, der sich aus einem von Ranken überwachsenen Holzgeflächt bildet. Am Anfang oder auch Ende des Tunnels setzt man sich auf ein Rollbrett und wird von einem Partner durch den Tunnel geschoben.
Weiterer Sinnesweg
Ein weiterer „Sinnesweg“ steht neben der Spielwiese und ähnlich dem Vorherigen läuft man über unterschiedliche Böden, wie Holzstümpfe/-bretter, Steinen und einer kleinen Strickhängebrücke. Dieser verläuft jedoch zirkulär und hat in der Mitte Besonderheiten zu bieten. So steht im Zentrum neben dem Weg verlaufend eine Bambuswand, die in zwei Abschnitte geteilt ist. In einem Abschnitt steckt man die Hand in verschiedene Bambusrohre um die unterschiedlichen Inhalte zu ertasten. Im anderen Abschnitt hängen Schläuche und kleine Blasebälgen aus Gummi. Man hält sich das Schlauchende an die Nase und drückt auf den Blasebalg. Anhand des Geruchs, das einen in die Nase steigt, soll man das jeweilige Kraut erraten. In der Nähe dieses weiteren „Sinneswegs“ ist ein „Riechbeet“ mit verschieden duftenden Minzen, an denen man sich seines Geruchssinns ebenfalls erfreuen kann.
Die Schule
Geht man den anfangs beschriebenen Weg bis zum Ende gelangt man zum Eingang der eigentlichen Schule. Die Schule ist von Innen und Außen ganz nach dem Waldorf-Schema aufgebaut. Wände, Türen und Fenster sollen möglichst keine rechten Winkel aufweisen. Jeder Klassenraum weist der Altersstufe entsprechend eine andere Farbe auf. Je älter die Schüler, desto dunkler die Farbe. Desweiteren besitzt die Schule vier Klassenräume mit jeweiligen Badezimmern, einen Musikraum, ein Lehrerzimmer, mehrere Abstellkammern, Toiletten, eine Küche, einen Essraum und eine große Agora mit Bühne.
Die Schulbäckerei
Geht man vom Weg kommend links an der Schule entlang, führt ein schmaler Pfad zur kleinen Bäckerei der Schule. Bei dieser Schulbäckerei handelt es sich nicht um die Bäckerei in der Ich vormittags arbeite. Ich betreue aber vorwiegend die Schüler, die für die Schulbäckerei eingeteilt sind. So gehen je nach Wochentag jeweils zwei von diesen Schülern mit meinem Kollegen Jonathan und mir zur professionellen Bäckerei, die außerhalb des Schulgeländes liegt. Als Projekt der Schule arbeitet diese Bäckerei eng mit uns zusammen






















